
Eine vollständige Raum-Scan dauert so lange wie das Leeren einer Tasche: dreißig Sekunden, um die Wände zu balancieren, eine Kamera, die Ihre Bewegungen verfolgt, und ein Grundriss formt sich auf dem Bildschirm, noch bevor Sie den Raum verlassen haben. Kein Maßband, keine Skizze auf einem Notizbuch, keine Software, die nach der Rückkehr ins Büro geöffnet werden muss.
Diese Technik basiert auf einem Sensor, den nur bestimmte iPhone-Modelle eingebaut haben, und auf einer präzisen Art, das Telefon zu halten und zu bewegen. Richtig ausgeführt, ist die Vermessung beim ersten Mal sauber. Wenn man sie hastig macht, muss man einen ganzen Raum erneut erfassen, wenn man zurück zur Agentur kommt – die schlechteste Zeitverschwendung bei einem Tool, das eigentlich Zeit sparen soll.
Was Sie in diesem Leitfaden lernen werden:
- Welche iPhones einen Raum scannen können und warum die anderen das nicht können
- Was bereits vor dem Start des Scans vorbereitet werden sollte
- Die Sweep-Technik, die beim ersten Durchlauf eine nutzbare Vermessung liefert
- Die häufigsten Fehler, die das Ergebnis verfälschen, und wie man sie vermeidet
- Die realistische Zeitplanung für jeden Raum, Stück für Stück
Das direkte Ergebnis des Scans: Ein maßstabsgetreuer Grundriss, bereits verfügbar, bevor Sie die Immobilie verlassen haben
Der Sensor, der das Scannen möglich macht: Welche iPhones sind kompatibel
Einen Raum zu scannen und einen maßstabsgetreuen Grundriss zu erstellen, erfordert, die Tiefe des Raums zu messen – nicht nur ein Foto davon zu machen. Dafür ist der LiDAR-Sensor zuständig, eine Chip, der ein Gitter unsichtbarer Lichtstrahlen aussendet und deren Rücklauf misst, um die Geometrie des Raums in Echtzeit zu rekonstruieren, Wand für Wand.
Apple beschränkt diesen Sensor seit seiner Einführung im Jahr 2020 auf Top-Modelle:
| Generation | Modelle mit LiDAR | Modelle ohne LiDAR |
|---|---|---|
| 2020 | iPhone 12 Pro, 12 Pro Max | iPhone 12, 12 mini |
| 2021 | iPhone 13 Pro, 13 Pro Max | iPhone 13, 13 mini |
| 2022 | iPhone 14 Pro, 14 Pro Max | iPhone 14, 14 Plus |
| 2023 | iPhone 15 Pro, 15 Pro Max | iPhone 15, 15 Plus |
| 2024 | iPhone 16 Pro, 16 Pro Max | iPhone 16, 16 Plus, 16e |
| 2025 | iPhone 17 Pro, 17 Pro Max | iPhone 17, 17 Air |
Die Regel ändert sich nicht von Generation zu Generation: Lediglich Pro- und Pro Max-Modelle enthalten den LiDAR-Sensor, egal welches Jahr (Apple). Ein Standard-iPhone, Mini, Plus oder Air kann hochwertige Immobilienfotos machen, aber technisch gesehen keinen Raum scannen – die Funktion ist auf diesen Modellen einfach nicht vorhanden, kein Software-Update kann das hinzufügen.
Wie Sie prüfen, ob Ihr iPhone kompatibel ist
Am einfachsten: Öffnen Sie die Standard-Kamera-App und wechseln Sie in den Porträtmodus bei einem nahen Motiv. Wenn sofort ein progressiver Unschärfe-Halo erscheint, ohne dass Sie zurücktreten müssen, hat Ihr iPhone höchstwahrscheinlich einen LiDAR. Bei Zweifeln reicht der genaue Modellname (Einstellungen > Allgemein > Informationen), um anhand der obigen Tabelle Klarheit zu gewinnen.
Vor dem Start des Scans: Was das Ergebnis beeinflusst
Der Scan selbst dauert nur wenige Sekunden pro Raum, doch drei Minuten Vorbereitung vermeiden neun von zehn Wiederholungen.
Räumen Sie die Wände frei. Der LiDAR misst, was er sieht: Eine gegen die Wand gestellte Pappschachtel, eine Tür, die halb offen bleibt und einen Teil der Wand verdeckt, oder ein Vorhang vor einem Fenster – alles wird im Ergebnis als Phantomwand erscheinen. Es geht nicht darum, den Raum vollständig zu leeren, sondern nur die Wände auf etwa einem Meter Höhe freizuhalten.
Beleuchten Sie den Raum gut. Der LiDAR arbeitet im Dunkeln – es ist ein aktiver Sensor, keine Kamera – aber die Erkennung von Öffnungen und festen Elementen stützt sich auch auf das Bild, das vom Objektiv aufgenommen wird. Ein dunkler Raum erschwert diese Kreuzerkennung. Das natürliche Licht, das Sie auch für Ihre Immobilienfotos nutzen, ist auch beim Scannen vorteilhaft.
Prüfen Sie den Speicher und die Batterie. Ein Raumscan ist schnell erledigt, doch eine Verkettung von zehn Räumen bei einem Gerät, das nur noch 5 % Akku hat, stoppt im schlimmsten Moment. Zwei Minuten vor Beginn der Besichtigung ist eine Kontrolle sinnvoll, um die laufende Aufnahme nicht zu unterbrechen.
Einen Raum scannen – Schritt für Schritt
Die Technik für einen nutzbaren Grundriss beim ersten Mal, ohne vor Ort wiederholen zu müssen
In der Immobilienfotografie-App IACrea startet der Scan vom Aufnahmescreen des Objekts, Raum für Raum. Vier einfache Bewegungen genügen, um einen sauberen Grundriss zu erhalten.
Schritt 1 — Positionieren Sie sich in der Raummitte
Stehen Sie mittig im Raum, das Telefon auf Brusthöhe gehalten, Bildschirm Ihnen zugewandt. Diese Startposition gibt dem Sensor einen Überblick, noch bevor Sie in Bewegung kommen, und dient als Referenz für den Abschluss.
Schritt 2 — Den Raum langsam entlang der Wände abscannen, von unten nach oben
Drehen Sie sich langsam im Raum, während Sie die Wände im Blick behalten; die Anzeige auf dem Bildschirm zeigt in Echtzeit den bereits erfassten Bereich. Die Geschwindigkeit bestimmt die Qualität: Zu schnelles Abdecken führt dazu, dass der Sensor große Bereiche nicht erfasst, die später nachgemessen werden müssen. Für eine Standardwohnung rechnet man mit etwa 15 Sekunden pro Wand.
Schritt 3 — Raum sofort benennen
Sobald der Scan beginnt, kann im Textfeld der Name des Raumes eingegeben werden – z. B. Wohnzimmer, Schlafzimmer 1, Bad. Das sofortige Benennen spart fünf Sekunden vor Ort und verhindert aufwändiges Nacharbeiten im Nachgang, wenn alle Räume auf der Miniatur ähnlich aussehen. Außerdem hilft es bei der späteren Raumnummerierung: Die KI nutzt diese Beschriftungen, um korrekte Platzierungen zu bestimmen.
Schritt 4 — Den Abschluss des Durchgangs bestätigen, bevor Sie den Raum wechseln
Beenden Sie den Rundgang, indem Sie zum Ausgangspunkt zurückkehren, bis die App bestätigt, dass der Raum vollständig vermessen wurde. Diese Abschlussfunktion ermöglicht dem Sensor, den Bewegungsverlauf zu kalibrieren und kleinere Ungenauigkeiten während des Scans zu korrigieren. Dann wechseln Sie zum nächsten Raum – der Grundriss wächst Raum für Raum, in der Reihenfolge Ihrer Besichtigung.
Fehler, die die Vermessung verfälschen
Die meisten Nachbessertoolsation bei Scans haben ähnliche Ursachen, die alle vermieden werden können, sobald sie erkannt sind:
| Fehler | Auswirkung auf den Grundriss | Wie man ihn vermeidet |
|---|---|---|
| Zu schnelles Abscannen | Fehlende Wandabschnitte, löchriger Grundriss | Langsam auf 15 Sekunden pro Wand einstellen |
| Tür offen lassen | Nicht erkannte Öffnung, falsch positionierte Wand | Türen nur halb offen während des Scans offen lassen |
| Möbel an Wand | Verschobene Wandlinie, ungenaues Maß | Base der Wände auf 1 Meter Höhe frei räumen |
| Komplexe Winkel (Erker, Nische, gebogene Wand) | Erhöhte Ungenauigkeit in diesen Bereichen | In Ecken noch langsamer scannen, später im Editor korrigieren |
| Raum während des Scans nicht benennen | Manuelles Nacharbeiten später notwendig | Sofort während des Scans benennen |
| Scan vor Abschluss unterbrechen | Ungenauer Verlauf und falsche Maße | Immer am Ausgangspunkt abschließen, bevor man bestätigt |
Keiner dieser Fehler ist unheilbar: eine schlecht erfasste Wand oder eine fehlende Tür lassen sich direkt im Plan-Editor korrigieren, ohne vor Ort erneut zu scannen. Nur wenn eine komplette Raumaufnahme ausgelassen wird, ist eine erneute Vermessung notwendig.
Welche Genauigkeit kann man bei einem iPhone-Scan erwarten?
Der LiDAR der Verbraucherkategorie ist nicht mit einem Laser-Scanner eines Geometers vergleichbar – das ist nicht seine Aufgabe. Eine Vergleichsstudie im Innenbereich zeigt, dass die Differenz zwischen einem mobilen LiDAR-Relevator und einer Referenzmessung bei 1 bis 2 cm auf einer einzelnen Linie liegt, mit größeren Abweichungen – bis zu etwa 10 cm – in komplexen Ecken und unregelmäßigen Konturen (Journal of Applied Remote Sensing / Taylor & Francis). Bei einfachen, gut beleuchteten Räumen bleibt die Abweichung meist im unteren Bereich.
Diese Genauigkeit reicht für einen Grundriss für Inserate, der eine übersichtliche Verteilung zeigt, aber nicht für eine rechtlich bindende Flächenangabe. Studien zeigen, dass die Differenz im öffentlichen LiDAR zwischen 1 und 2 cm auf einer Linie liegt, bei Ecken bis zu zehn Zentimeter – ausreichend, um eine Grundverteilung zu zeigen, aber nicht, um die Fläche eines Eigentums rechtlich exakt zu bestimmen. Für den Bezugswert im Vorvertrag und Grundbuch sind eigene Messmethoden vorgeschrieben, bei denen Abweichungen von mehr als 5 % ein Recht auf Preisnachlass für den Käufer darstellen (Légifrance). Unser Leitfaden zum 2D-Grundriss in Immobilienanzeigen erklärt genau, wo diese Aussage endet und wie man sie formell risikofrei gegenüber dem Verkäufer formuliert.
Wie viel Zeit braucht es wirklich, Raum für Raum?
Der Richtwert von 5 Minuten gilt für eine durchschnittliche Wohnung, variiert aber natürlich mit der Anzahl der zu vermessenden Räume:
| Immobilientyp | Zahl der Räume | Geschätzte Scanzeit |
|---|---|---|
| Studio | 1 Zimmer | 1-2 Min. |
| T2 | 2-3 Zimmer | 3-4 Min. |
| T3 / T4 | 4-6 Zimmer | 5-8 Min. |
| Haus mit Etage | 7 und mehr | 10-15 Min. |
Diese Zeiten beziehen sich nur auf das Scannen, inklusive Abdeckung und Benennung; Nacharbeiten im Editor sind nicht enthalten. Für komplexe Ecken oder wenn Sie die Beschriftung und Ausrichtung lieber vor Ort anpassen möchten, rechnen Sie ein paar Minuten extra. In beiden Fällen gehört diese Zeit zum Termin für die Einschätzung oder das Shooting, bei dem Sie bereits waren, ohne dass ein zweiter Besuch nötig ist.
Keine Pro-iPhone? Zwei Wege, trotzdem einen Grundriss zu bekommen
Nicht alle sind mit einem Pro-Modell ausgestattet, doch das ist kein Hinderungsgrund.
Ein kompatibles Gerät ausleihen. Für die Dauer einer Besichtigung genügt das Pro-iPhone eines Kollegen: die Vermessung dauert nur wenige Minuten und erfordert keine besonderen Einstellungen außer der installierten App.
Plan Zeichnen per Hand. Der Plan-Editor erlaubt auch eine leere Vorlage, die Sie Wand für Wand anhand von Messungen mit Zollstock oder Laser-Entfernungsmesser nachzeichnen. Zwar ist das länger als der Scan – rechnen Sie je nach Komplexität eine Stunde oder mehr dafür –, doch es ist eine unabhängige Option, die nicht vom Telefontyp abhängt. Unsere Preise enthalten Angebote für beide Methoden.
FAQ
Welches iPhone brauche ich, um einen Raum zu scannen und daraus einen Plan zu erstellen?
Ein iPhone mit LiDAR-Sensor, seit 2020 ausschließlich bei den Pro- und Pro Max-Modellen – vom iPhone 12 Pro bis zum 17 Pro Max. Standard-, Mini-, Plus- und Air-Modelle verfügen nicht über den Sensor und können diese Art des Scans nicht durchführen, egal welche iOS-Version installiert ist.
Wie lange dauert es, eine Wohnung mit einem iPhone zu scannen?
Ohne Nacharbeit rechnet man mit etwa 5 Minuten für eine T2- oder T3-Wohnung: ca. 30 Sekunden bis eine Minute pro Raum für das Abscannen der Wände, plus einige Sekunden für die Benennung. Ein Studio dauert weniger als 2 Minuten, ein eingeschossiges Haus mit mehreren Zimmern etwa 10–15 Minuten.
Ist der durch iPhone-Scan erstellte Grundriss ausreichend genau für eine Anzeige?
Ja, für den Vermarktungsgrundriss. Für rechtlich verbindliche Flächenangaben reicht die Genauigkeit jedoch nicht aus. Studien zeigen, dass der LiDAR im privaten Gebrauch zwischen 1 und 2 cm Differenz auf einer Linie liegen kann, bis zu circa 10 cm in komplexen Ecken – ausreichend für eine anschauliche Verteilung, aber nicht für die exakte Flächenberechnung bei Eigentumsobjekten im Sinne der Carrez-Regel.
Ich habe kein iPhone Pro: Kann ich trotzdem einen 2D-Plan meines Objekts bekommen?
Ja, zwei Möglichkeiten bestehen: Erstens, leihen Sie sich für die Dauer der Besichtigung das Pro-iPhone eines Mitarbeiters. Zweitens, nutzen Sie den plan-Editor mit einer leeren Vorlage, um die Wände manuell anhand von Messungen zu zeichnen – länger, aber unabhängig vom Telefontyp.
Muss ich das Scannen wiederholen, wenn ich mich während des Durchgangs vertue?
Nicht unbedingt. Ein falsch erfasster Wandabschnitt, eine fehlende Tür oder eine leichte Fehleinschätzung bei den Maßen lassen sich im Plan-Editor korrigieren, ohne nochmal vor Ort zu sein. Nur wenn eine ganze Raumaufnahme komplett ausgelassen wird oder der Scan vor Abschluss beendet wurde, ist eine erneute Vermessung notwendig.
Fazit
Mit einem iPhone einen Raum zu scannen ist keine technische Hochleistung für Technik-Gurus – es ist ein wiederholbarer Akt, der nur dreißig Sekunden pro Raum braucht, sobald man die Mechanik kennt: positionieren, langsam abscannen, benennen, abschließen. Der Sensor erledigt den Rest.
Nur eine Sache sollten Sie vor dem nächsten Termin noch prüfen: das genaue Modell Ihres iPhones. Falls es ein Pro ist, ist der 2D-Plan für Ihren nächsten Auftrag in nur fünf Minuten erstellt – inklusive Ihrer Fotos, noch während der selben Besichtigung.
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